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Laser in-situ Keratomileusis (LASIK)

Bei dieser Methode wird nicht die Oberfläche der Hornhaut geschliffen, sondern das Innere der Hornhaut. Das Verfahren ist in den Abbildungen 4a-c schematisch dargestellt.
Abbildung 4a: Um an das Innere der Hornhaut zu gelangen, wird zunächst mit einem computergesteuerten Schweizer Präzisions-Instrument ein dünnes Scheibchen der Hornhaut teilweise abgetrennt und wie ein Deckel zur Seite geklappt.

Abbildung 4b: Nun wird das Innere der Hornhaut wie dargestellt mit dem Excimer-Laser geschliffen.

Abbildung 4c: Danach wird das Hornhautscheibchen wieder zurückgeklappt und angedrückt. Es saugt sich von selbst fest und muss nicht angenäht werden. Sie dürfen jedoch innerhalb einiger Wochen nicht das Auge reiben.


Die LASIK wird seit 1990 angewandt und wurde 1999 sowohl von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) als auch vom Berufsverband der Augenärzte (BVA) als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zur Korrektur der Fehlsichtigkeit eingestuft. Wir behandeln die Kurzsichtigkeit (Myopie) bis ca. -8 Dioptrien, die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis ca. 5 Dioptrien, sowie die Weitsichtigkeit (Hyperopie) bis ca. 3 Dioptrien. (siehe oben).

Der Vorteil der LASIK gegenüber der PRK besteht darin, dass die Oberfläche der Hornhaut nicht zerstört wird. Daher ist die Narbenbildung nach der LASIK deutlich geringer als nach der PRK und Sie haben nach der Operation keine Schmerzen. Die Hornhautoberfläche ist mit der Haut vergleichbar: eine große Abschürfung der Haut ist wesentlich schmerzhafter und hinterlässt eine größere Narbe als eine kleine Schnittwunde.

Bereits in den ersten Tagen nach der LASIK wird zumeist ein annähernd normales Sehvermögen erreicht. In den ersten Wochen kommt es noch zu leichten Änderungen des Sehvermögens, eine endgültige Stabilität wird zumeist nach 4 bis 12 Wochen erreicht. Daher ist nach 4 - 12 Wochen eine Nachuntersuchung vorgesehen.

Leider kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass nach Monaten bis Jahren dennoch eine gewisse Rückbildung der Fehlsichtigkeit auftritt. Weiterhin kann die Fehlsichtigkeit nicht in allen Fällen vollständig korrigiert werden. Grundsätzlich gilt, dass die Chance, nach der Operation keine Fernbrille mehr zu benötigen, umso größer ist, je geringer die Fehlsichtigkeit vor der LASIK war. Völlige Unabhängigkeit von einer Fernbrille kann somit nicht garantiert werden, die Brille ist jedoch in jedem Fall wesentlich schwächer als vor der LASIK. Selbst bei optimalem Erfolg (=keine Fernbrille) ist ab ca. dem 50. Lebensjahr damit zu rechnen, dass eine Lesebrille notwendig wird, wie diese auch jeder Normalsichtige ab jenem Alter benötigt.

Welche Probleme können bei der Lasik oder anderen Laserverfahren auftreten

Bei der LASIK wird nur ein Teil der Hornhaut behandelt, sozusagen "geschliffen". In der peripheren Hornhaut bleibt die Fehlsichtigkeit bestehen. Bei hellem Licht und bei Tage führt dies nicht zu Problemen, da die Pupille bei heller Beleuchtung eng ist und das Licht daher nur durch den behandelten Teil der Hornhaut in das Auge einfallen kann. Wird nun vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit die Pupille weit, kann es zu vermehrter Blendung und zur Wahrnehmung von Lichthöfen (Halos) und Doppelkonturen kommen. Dies kann zu Problemen während nächtlicher Autofahrten führen. Diese Veränderungen treten jedoch in der Regel nur bei Kurzsichtigkeit über -5 Dioptrien und bei Weitsichtigkeit auf. Häufig verschwinden diese Wahrnehmungen nach einigen Tagen oder Wochen.

Besteht eine beidseitige Fehlsichtigkeit, kann es nach der Operation des ersten Auges bis zum Zeitpunkt der Operation des zweiten Auges durch die Ungleichheit der beiden Augen zu Problemen des beidäugigen Sehens kommen. Es können unter Umständen Doppelbilder sowie Schwindel und Gleichgewichtsstörungen auftreten. Zudem ist damit zu rechnen, dass erst nach der Operation beider Augen wieder ein Kraftfahrzeug geführt werden darf. Es werden daher in der Regel beide Augen am gleichen Tag behandelt.

Beim Vorliegen von rheumatischen oder anderen entzündlichen Erkrankungen kann es zu Heilungsverzögerungen kommen. Während dieser Zeit müssen Sie vom Augenarzt kontrolliert werden. In seltenen Fällen kann es bis zu einigen Tagen nach der LASIK z.B. durch Reiben des Auges zu einer Verschiebung des Hornhautdeckelchens kommen, die eine erneute Operation erforderlich macht.

Mikrofalten können spontan entstehen und bei optischer Beeinträchtigung eine Revision erfordern.

Als weitere seltene Komplikation kann es in den ersten Wochen zu einem Einwachsen der oberflächlichen Hornhautschicht, des sog. Epithels, unter das Hornhautdeckelchen kommen, die eventuell durch eine weitere Operation entfernt werden muss. Diese seltene Nebenwirkung tritt manchmal erst nach Wochen nach der LASIK auf. Kommen Sie daher unbedingt zu den geplanten Nachkontrollen. Beim Schleifen der Hornhaut mit dem Excimer Laser ist in wenigen Fällen eine Verschiebung der Behandlungszone im Bezug zur Pupillenmitte (Dezentrierung) beschrieben worden. Diese Dezentrierung kann zu einer vermehrten Blendempfindlichkeit und zur Wahrnehmung von Doppelkonturen führen. Modernste Lasergeräte optimieren die Zentrierung und ermöglichen eine individuelle Einstellung.

Letztlich kann in extrem seltenen Fällen eine zu starke Schwächung der Hornhaut mit Vorwölbung (Keratektasie) und deutlicher Sehverschlechterung oder auch eine Infektion mit Narbenbildung auftreten. In Ausnahmefällen ist zur Behandlung dieser Komplikationen eine Hornhauttransplantation erforderlich.